TARIFA
3. - 10. März 2006

TARIFA - der südlichste Punkt des europäischen Festlandes. Das kleine Fischerdorf in Andalusien, der südlichsten Provinz Spaniens, liegt  exakt zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mittelmeer, an der Straße von Gibraltar. Ganze 14 km ist die Meer-
enge breit und trennt Tarifa vom afrikanischen Kontinent. Das marrokanische Rifgebirge ist zum Greifen nahe
.

In der Vergangenheit hielt man die in Tarifa unauf-
hörlich blasenden Winde (Levante und Poniente) für ein Fremdenverkehrshin-
dernis. Das änderte sich mit dem Windsurfingboom, seit ein paar Jahren vor allem auch durch den Kitesport. Tarifa wurde zum Mekka der Windsurfer und Kiter in Europa
.

TARIFA - kurzentschlossen ab in den Süden

Schnee, Schnee, Schnee... wir konnten ihn nicht mehr sehen und haben unseren geplanten Skiurlaub - wieder in die französische Schweiz - zwei Tage vor Abfahrt über den Haufen geworfen. Wir lechzten nach Sonne, Strand und Meer. “Sehen wir uns doch mal Tarifa an”, kam uns blitzartig in den Sinn. Nach kurzer Suche im Internet sind wir auf die Seite www.go-tarifa.com gestoßen. Hier haben wir auf die Schnelle alle nötigen Infos über Tarifa erhalten. Den Flug (412 EUR für 2 P) und das Mietauto (96 EUR für 8 Tage) haben wir dann gleich übers Internet gebucht. Eine Unterkunft wollten wir uns vor Ort suchen. Im Internet waren ja noch genügend Appartements frei. Wir gingen das Risiko ein, was keine gute Idee war...

Am Freitag, den 03.03.2006 um 06:50 Uhr sind wir in München gestartet. Hinter uns haben wir ein Schneechaos gelassen, das München und Umgebung das komplette Wochenende lahmgelegt hat. Ankunft in Jerez pünktlich um 10:00 Uhr. Eine halbe Stunde später hatten wir auch schon unser Leihauto, einen Kia Picanto in sehr gutem Zustand. Wir machten uns auf den Weg über Cadiz und Canos de Meca nach Tarifa. Kurz vor Tarifa, in Valdevaqueros, bestiegen wir die große Sanddüne und bestaunten die beeindruckende Landschaft
 


Sanddüne Valdevaqueros

Dann klapperten wir in Richtung Tarifa die einzelnen Surfstationen laut unserer Spotinfo aus dem Internet ab. Wir mussten leider feststellen, dass weit und breit keine Surfstation offen hatte. Getroffen haben wir nur etliche Wohnmobilisten, die eigenes Material dabei hatten. Nachdem auch die Mistral-Station beim Hotel Hurricane zu hatte, haben wir uns schon langsam Sorgen gemacht. Da fahren wir in ein Surfmekka, dachten, hier tobt der Bär und was war: kein Surfmaterial zu leihen, nichts los und unser Material liegt zu Hause...

Sind wir denn hier ganz alleine?

“So schnell geben wir nicht auf”, sagten wir uns immer wieder vor. Mut zusprechen war auch nötig, denn auch in den Surfshops in Tarifa gab es kein Material zu leihen. Inzwischen war es bereits 17:00 Uhr und wir hatten ja noch keine Unterkunft. Mit dem restlichen Elan erkundigten wir uns in den zahlreichen Immobilienbüros nach einem Appartement. Die Preise waren aber nicht bezahlbar. Die Liste vom Tourismusbüro war auch nicht sehr hilfreich. Wir hatten ja schon so unsere Vorstellungen von einem Appartement mit Meerblick und Sonnenterrasse - wie wir es halt im Internet gesehen haben.

Ungefähr so... Ausblick Appartement Al Tarik Levante

Eine Odyssee begann, bis wir zufällig auf den Surfshop Sailboards Tarifa gestoßen sind. Dort haben wir zumindest erfahren, dass der Stationsleiter vom Club Mistral in Tarifa vor Ort ist. Wir haben die Telefonnummer von Gerd bekommen und ihn auch erreicht. Ein Licht am Ende des Tunnels tat sich auf: Die Mistral-Station hat offen und war nur heute nicht besetzt.

Mistral Surfstation beim Hotel Hurricane

Außerdem hatte Gerd einen wertvollen Tipp wegen einer Übernachtungsmöglichkeit. Im Hostal Las Margaritas haben wir eine Unterkunft gefunden, allerdings nicht nach unserem Geschmack, mitten in der Stadt, aber erst mal ein Bett zum Schlafen (40 EUR/Tag fürs DZ).

Zimmer Los Margaritasl, Centrum Tarif

Im Internet-Point haben wir das Appartement, das wir schon von zu Hause aus buchen wollten, ab dem nächsten Tag angefragt. Der erbetene Anruf übers Handy kam beim Abendessen. Die Reservierung hat geklappt.

Ein herzliches Dankeschön an www.go-tarifa.com!

Am Samstagvormittag sind wir in das Appartement Al Tarik Levante (38 EUR/Tag + 25 EUR Reinigung) umgezogen, haben uns gleich die Surfanzüge geschnappt und sind zur Mistral-Station gefahren. Ein super Surftag hat uns für die Strapazen entschädigt. Tja, man muss halt nur wissen, dass Tarifa im März auf Sparflamme kocht...

Ein schöner Surftag hat für die
Strapazen entschädigt

Nach einem sintflutartigen Wolkenbruch am Abend schien am nächsten Tag die Sonne, wir frühstückten auf unserer 50 qm großen Dachterrasse mit Blick auf den Strand in Richtung Düne. Der Urlaub hat begonnen, die Spannung viel ab und wir genossen eine wunderbare Woche in Tarifa!

TARIFA - Unterkunft

Appartement Al Tarik Levante: “Moderne, komplett eingerichtete Ferienwohnung in Tarifa, in zweiter Reihe am Strand von Los Lances mit eigener Dachterrasse von wo aus man einen  erstklassigen Meerblick hat. Zu Fuss ist man in 1 Minute am Strand und in 10 Minuten im  Stadtzentrum. Das Wohnviertel ist das begehrteste in Tarifa und garantiert selbst in der Hochsaison noch Ruhe und Abstand vom lauten Treiben der Stadt.”, so die Beschreibung aus dem Internet.

  • Die beiden Terrassen sind mit einer betonierten Wendeltreppe verbunden. Die obere Terrasse hat 50 qm, der Balkon 15 qm.
  • Ausgestattet ist das Appartement mit einem Schlafzimmer mit 2 Einzelbetten, die verschoben werden könnnen.
  • Im Wohnzimmer befindet sich eine ausziehbare Couch für eine zusätzliche Person. Die Couch ist allerdings schon ziemlich durchgesessen und lädt nicht gerade zum Lümmeln ein.
  • Die Küche ist komplett eingerichtet inkl. Waschmaschine. Die Töpfe und Pfannen waren nicht gerade appetitanregend. Der Vormieter hat es hier nicht so genau genommen und die Putzfrau interessiert dies wahrscheinlich nicht. Schrubben war angesagt.
  • Satelliten-TV ist vorhanden. “Das Vierte” und “VIVA” sind die einzigen deutschen Programme, aber man ist ja nicht in Tarifa zum Fernsehschauen...
  • Das Bad ist sauber, Handtücher waren ausreichend vorhanden. Ein Boiler sorgt für heißes Wasser.
  • Sonstiges: Bei starkem Regen läuft ein kleines Rinnsal von der Terrassentür durch die Küche. An der Decke befinden sich Spuren von feuchten Stellen. Zwei elektrische “Heizplatten” an der Wand im Wohnzimmer und im Schlafzimmer sorgen für ein bisschen Wärme, waren aber nicht ausreichend für die Abendtemperaturen, die bei uns im März vorherrschten. Kuscheln war angesagt...

Das Appartement ist zwar etwas renovierungsbedürftig, macht aber insgesamt einen sauberen Eindruck und wir haben uns wohl gefühlt. Der Ausblick vom Balkon und von der Dachterrasse ist trotz der Lage in der zweiten Reihe sehr schön. Vormittags hat man am Balkon keine Sonne, dafür aber auf der Dachterrasse den ganzen Tag. Wir haben in der gesamten Anlage so ziemlich alleine gewohnt. Deshalb können wir nicht beurteilen, wie die Lärmbelästigung bei voller Belegung ist.

Gut bestückte Küche

Na, hat alles seine Ordnung?

.Das Wohnzimmer mit durchgesessener Couch

Blick vom Balkon

Herrliche Morgensonne...

TARIFA - Surfen und Kiten

Wind hatten wir jeden Tag. Wenn man Lust hat, mit 6,5 bzw. 7,0 qm aufwärts zu fahren, dann könnten wir von von 100 % Windausbeute sprechen. Bei uns waren es dann drei gute Surftage von acht Tagen mit 4,7 bis 5,8 qm bei mäßiger bis guter Welle. Das Surfmaterial vom Club Mistral beim Hotel Hurricane war in Ordnung, bestand aber nur noch aus übriggebliebenen Restposten von der letzten Saison. Ein 40-Tonnen-LKW mit neuem Material war laut Stationsleiter Gerd avisiert für Mitte März. Damit werden die beiden Mistral-Stationen Hurricane und Valdevaqueros ausgestattet. Die Vorbereitungen für die Saisoneröffnung an Ostern laufen dann auf Hochtouren.

Surfstation - Mistral Hurricane

Mistral-Station beim Hotel  Hurricane

 

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Seenebel bis nachmittags

Kurz vor sintflutartigem Regenschauer

 

Der braucht eine Frühjahrskur...

 

Der Einstieg direkt an der Station ist sehr steinig. Surfschuhe sind angesagt oder zerschnittene Füße...

 

Surfstation - Mistral Valdevaqueros

 

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TARIFA - der Ort

TARIFA - die südlichste Stadt Spaniens und Mekka der Windsurfer und Kiter.
Die Bedeutung Tarifas durch die Jahrhunderte resultierte aus seiner Lage an der Meerenge, dort, wo die Straße von Gibraltar ganze 14 km breit ist. Iberer und Phönizier errichteten in dieser Region Siedlungen. Die Römer nannten den Ort
lulia Traducta und schifften sich hier nach Afrika ein. Für die Mauren war Tarifa ein wichtiger Brückenkopf. Befestigt wurde die Stadt im 7. Jh. unter Tarif Ben Malik, auf den der heutige Stadtname zurückgeht. Im Kampf um die Rückeroberung der Stadt 1294 tat sich der Kommandant der Festung, Alonso Pérez de Guzmán, hervor. Der Legende nach opferte er den Mauren seinen Sohn, um die Stadt zu halten. Guzmán erhielt den Beinamen El Bueno (der Gute), Landbesitz sowie den Titel eines Herzogs von Medina Sidonia und wurde Begründer eines der mächtigsten Adelsgeschlechter Spaniens.

 Hauptstraße...
ein Surfshop neben dem anderen

Surfshop Tarifa Piratas

 Stadttor.

Denkmal Guzmán el Bueno

 Hafen

Cafe Central

Tarifa Kirche

Unser Nabel zur Welt

Tarifa bei Sonnenuntergang - im Hintergrund das Gebirge von Afrika...

... und gleich nochmal

 

 

 

Eingang zum Mittelmeer

Eingang zum Atlantik

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GIBRALTAR - britischer Fels in der Brandung

GIBRALTAR - britische Lebensart under südlicher Sonne.
Weithin sichtbar ragt der 425 m hohe, 4,8 km lange und bis zu 1,4 km breite Felsen von Gibraltar aus dem Meer. Die
Straße von Gibraltar, 60 km lang und an ihrer schmalsten Stelle 14 km breit, verbindet Atlantik und Mittelmeer. Die britische Enklave auf der Iberischen Halbinsel wird von ihren Bewohnern zärtlich The Gib genannt. Die Stadt Gibraltar, am Westhang des Felsens gelegen, ist provinziell und kosmopolitisch zugleich. Die 28 000 Einwohner bilden ein buntes Völkergemisch aus einheimischen Gibraltarian-Briten, Spaniern, Marokkanern und Indern, die in Englisch, Spanisch und einer Mischung beider Sprachen, dem Llanito kommunizieren.Zu den Bewohnern von The Gib kommen Scharen von Besuchern: Briten auf der Suche nach den letzten Resten des Great Empire, Spanier, die die Geschäfte mit zollfreier Ware am Casemates Square stürmen, und Neugierige auf einem Tagesausflug. Die bekanntesten Bewohner des Felsens sind jedoch die Berberaffen, die die Briten im 18. Jh. aus Nordafrika importierten. Es heißt, solange sie auf Gibraltar leben, bleibe The Rock britisch.

 Gibraltar

Landebahn / Upper Rock

 Moschee von Dschebel al Tarik (Berg des Tarik)

Sicht auf Upper Rock

 Südlichster Punkt von Gibraltar

 Blick auf Afrika

Blick vom Upper Rock auf Afrika

 Blick vom Upper Rock auf Algeciras

Berberaffen an der
St. Michael’s Cave

...na kleiner, lässt dich keiner rein?

 

 

 St. Michael’s Cave

 

 

 

 

BALEO CLAUDIA - römische Ausgrabungsstätte

BALEO CLAUDIA - beeindruckendste römische Ausgrabungsstätte der Region.
Gegründet Ende des 2. Jh. v. Chr. Unter Kaiser Claudius (reg. 41-54) erhielt sie den Rang einer römischen Gemeinde. Ab Ende des 2. Jh. setzte aufgrund wirtschaftlicher und sozialer Krisen der Niedergang ein. Nach einem Erdbeben verfiel die Stadt völlig und wurde erst zu Beginn des 20. Jh. ausgegraben. Vorbei an Stierweiden führt der Weg zum herrlichen weißen und unverbauten Sandstrand von
Bolonia.

 Baleo Claudia

Gerichtshof

 Kapitol

Theater

Fischtröge

 

 Geschäftsviertel

Ruinen in einem Blumenteppich...

 ...so weit das Auge reicht

Verwaltungsplatz

 

TARIFA - kunterbunt

 Kurze Verschnaufpause

Ja wo sind wir denn hier, am Strand oder im Gebirge?

 Früchstück in Tarifa

Da strahlt jemand...

Wohngegend in der Nähe vom Appartement

Ist auch schon in die Tage gekommen

6 Flaschen für 1 EUR

 Tarifa-Sonne genießen

Luxuscampingplatz

Ein Stier auf Abwegen

TARIFA - Natur pur

 Aussicht vom Felsen über der Sanddüne mit Blick auf Afrika...

...in die andere Richtung

 ...und noch einmal

Weg von der Bar vom Hotel Hurricane zur Mistral-Station

...und noch einmal

Ausblick Hurricane...

 

 

 

 

 Frühling in TARIFA...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein schöner Stellplatz zum Übernachten mit dem Womo...

...mit herrlicher Aussicht...

 ...wären da nicht diese Kadaver

 

 

TARIFA - das war’s...

...ein wunderschöner Kurzurlaub, wenn auch nur 3 Surftage. Auf große Segel hatten wir dann doch keine Lust. Dafür haben wir viel von der Umgebung gesehen. Den vorgezogenen Frühling - anstatt Schneechaos - bei angenehmen bis zum Teil doch kühleren Termperaturen haben wir bis auf den letzten Sonnenstrahl ausgenutzt.

          Wir waren bestimmt nicht das letzte Mal in TARIFA...

...ein für TARIFA geeignetes Wohnmobil
haben wir auch schon
!

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