Alpenüberquerung vom 15.06. – 17.06.2006

Nicht dass ihr meint, es wäre mir langweilig gewesen - nein, ich wollte nur mal Rad fahren. In drei Tagen von uns zu Hause an den Gardasee. Letztes Jahr mal darüber nachgedacht, heuer ohne große Vorbereitung gemacht.

Am Donnerstag, den 15.06.2006, um 07:45 Uhr ging’s los.
Ausgeschlafen, frohen Mutes und einigermaĂźen fit.

 1.Tag: Fahrzeit: 07:45 – 17:30, ca. 160 km.

Bei 18°C ging’s los. Über Holzkirchen (691 über NN) - Bad Tölz (670) – Lenggries (700) – Jachenau (800) – am Walchensee entlang mit einem kleinen Zwischenstop bei den Fröschl’s, die sich gerade in der Sonne erholten, nach Wallgau (866) – Krün (875) – Mittenwald (913) – Leutasch (1130), langsam wurde es wärmer – Abfahrt nach Telfs (633), danach wurde es richtig warm, so um die 35°C – Inntal Richtung Ötz (820), eigentlich das erste Etappenziel, das ich mir gesteckt hatte, aber irgendwie ging’s aber trotzdem noch weiter, denn was du heute kannst besorgen… - in Umhausen (1036) war dann endgültig Schluss. Ich nahm mir im Hotel Johanna*** ein Zimmer, ging abends noch was essen und gönnte mir ein Weißbier und ein Schnapserl.

Vor dem Start - noch lacht er...

Blick von GaiĂźach

Wettersteingebirge

Auch ein Radl braucht mal Pause

In Leutasch

Blick ins Oberinntal, Telfs

2. Tag: Fahrzeit: 08:15 – 16:30, ca 110 km.

Gut regeneriert gab’s erst mal ein reichhaltiges Frühstück. Danach war wieder Schwerstarbeit angesagt. Es ging nun Richtung Sölden (1377) – Zwieselstein (1472) – Hochgurgl (2150) auf das Timmelsjoch. Gegen Mittag erreichte ich den Pass, pausierte ein wenig, zog mich warm an und konnte endlich mal bergab fahren. Fast ohne Treten ging es nach St. Leonhard (688) wo ich Mittag machte. Beim Sandwirt gab’s einen Salat mit Putenstreifen und ein alkoholfreies Weißbier, um die Mineraliendepots wieder aufzufüllen. Frisch gestärkt fuhr ich weiter nach Meran (324), bevor ich mich in Lana (310) im Bühler Hof *** einquartierte. Nach ein paar Runden im Hallenbad freute ich mich auf das Abendessen. Auf der Terrasse ließ ich den Abend bei einem Weißbier (oder waren es gar zwei???) ausklingen.

Ötztal-Richtung Sölden

Abzweig
Timmelsjoch

Die ersten Kehren

Mautstelle

Durch Schnee
und Eis

Geschafft!

So siehts von oben aus

Abfahrt nach
St. Leonhard

Geile Abfahrt!!!

Blick ĂĽber Lana

3. Tag: Fahrzeit: 09:00 – 19:30, ca. 140 km.

Gleich morgens viel essen? – kein Problem, man braucht ja schlieĂźlich was zum Verbrennen. Ohne Einradeln ging es gleich kräftig bergauf, ca. 2 ½ Stunden bei ca. 9 - 10 %. Die Rede ist vom Gampenpass (1518). Als es endlich wieder bergab ging fuhr ich weiter ĂĽber Fondo (987) – Cles (658) – Tuenno (629), da hab ich mich mal kurz verfahren, nach Mezzocorona (224). Von dort aus ging es dann noch mal fĂĽr ca. 15 km mit 9 % rauf nach Andolo (1042) – Lago di Molvena (864). Oben angekommen ging es in einer atemberaubenden Abfahrt hinunter nach Ponte Arche (400). Eigentlich wollte ich dann ĂĽber das Sarcatal nach Riva del Garda fahren, aber wie immer kommt’s ja dann anders. Kurzerhand entschied ich mich, noch einen Abstecher nach Ballino zu machen. Mit letzter Kraft quälte ich mich nun nochmals 350 Höhenmeter nach oben auf den Passo de Ballino (750) bevor die langersehnte Abfahrt ĂĽber den Lago di Tenno nach Riva del Garda (65) anstand. Nur noch bergab, das war die Rettung. Gegen 19:30 erreichte ich dann den Yachthafen in Torbole, wo mein Schatzi mich bereits erwartete. Dann gab’s noch lecker Spaghetti und einen Caipi in der Windsbar bevor ich ein wenig mĂĽde in unseren Scudo fiel.

Blick ins Tal zwischen...

...Bozen und Meran

Gampenpass

Abfahrt nach Fondo

Lago di...

...San Giustino

Von da an ging’s bergauf

Gruppo di Brenta

Cavedago

Pause muss sein!

Schon wieder Kehren

Andolo

Lago di...

...Molveno

Abfahrt nach Ponte Arche

Auffahrt zum...

...Passo di Ballino

Geschafft, Lago di Garda

Fazit

Diese Alpenüberquerung brachte mich ein paar Mal an meine körperlichen Grenzen, wo ich das Gefühl hatte, ich kann die Tour nicht fortsetzen.

Dies lag sicherlich zum einen Teil daran, dass ich mich überhaupt nicht vorbereitet habe, weder konditionsmäßig noch verpflegungsmäßig. Am ersten Tag hatte ich als Zusatz für meine Wasserflaschen nur Vitamin-C-Brausetabletten, zum Essen zwischendurch nichts. Ich merkte sehr schnell, dass es so nicht funktionieren konnte und besorgte mir am zweiten Tag entsprechende Verpflegung und Mineralienzusätze. Zum anderen Teil waren meiner Meinung nach die Etappen zu lang.

Aber ich habe mein Ziel erreicht, und das in drei Tagen von Sauerlach nach Torbole am Gardasee.Alles in allem war es einte tolle Erfahrung. Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich eine solche Tour fahre.

PS: Mein Schatz hat inzwischen auch Spaß am Rennradfahren gefunden. Wir sind bereits am Überlegen, ob wir nächstes Jahr evtl. eine Woche Urlaub für eine gemeinsame Alpenüberquerung einplanen sollten.

Alle Fotos habe ich mit meinem Fotohandy SonyEricsson D750i gemacht.

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